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Tradeauswertung Spanienseminar Nov 2009Kümmer Dich um Deine Verluste, dann kümmere sich Deine Gewinne um Dich!
Was für eine blöde Börsenregel, habe ich früher gedacht. Diese alte Börsenweisheit ist so simpel und doch hat es lange gedauert, bis ich Sie verstanden habe. Als Tradinganfänger wollte ich vor allem eins, nämlich Gewinne machen. Die Konzentration auf Gewinne führte häufig dazu, dass ich bereit war, größere Verluste zu tolerieren. Ich war der Überzeugung, wer viel Gewinnen will muss eben auch viel riskieren.
Das dieser Glauben genau das Gegenteil von der Börsenweisheit „ Kümmer Dich um Deine Verluste…“ war, hatte ich vor 20 Jahren nicht verstanden.
Ich machte eine Menge Meinungstrades. Trades, bei denen ich von einer bestimmten Marktrichtung überzeugt war. Lag ich richtig, machte ich sehr viel Geld, allerdings verlor ich alles wieder, wenn ich falsch lag.
Kümmer Dich um Deine Verluste, bedeutet achte auf Deine Verluste. Wie funktioniert das?
In dem Du verhinderst, dass Deine Verluste zu groß werden. Doch was ist ein großer Verlust. 1000 Euro, 2000 Euro, oder 1 % , 2 %?
Ein Verlust ist in dem Moment zu groß, wenn er entweder
- Einen Einfluss auf Deinen mentalen Zustand (Stimmung) hat
- Ein durchschnittlicher Gewinntrade nötig ist, um den Verlust zu egalisieren
- Oder der Verlust genauso groß oder größer ist, wie der zu erwartende Gewinn aus dem Trade
Diese Definition hilft uns besser, als eine Prozentzahl. In dem Moment, wo ich darauf achte, dass meine Verluste niemals im Sinne dieser Definition zu groß werden, kommen die Gewinne automatisch.
Kümmer Dich um Deine Verluste, dann kümmern sich Deine Gewinne um Dich
Heute ist dies ein wesentliches Modul meiner Trading-Strategie und gerade die letzten Tagen haben mir wieder gezeigt, wie wichtig dieser Grundsatz ist. Mit einigen Tradern war ich zusammen in Spanien um gemeinsam zu traden. Die Woche war eine Herausforderung zum Handeln, (zumindest als Trendfolge orientierter Trader), weil der Dax ständig um den Eröffnungskurs schwankte. Es gab ausser dem Donnerstag eigentlich keinen richtigen Trendtag. So musste ich eine Menge Trades mit kleinen Verlusten schließen. Insbesondere der Scale Out half mir, die Verluste klein zu halten. Ein paar wenige Trades im Dax, die dann ins Laufen kamen, reichten einen Wochengewinn von über 7000 Euro zu generieren.
Auf der Graphik, seht Ihr eine spezielle Auswertung der Trades, nach Gewinn und Verlusttrades, die im Ninja Trader generiert wurde. Die meisten Verluste waren marginal , auch viele Gewinntrades waren nur klein. Aber dann reichten zwei drei große Gewinner, um die Performance einzustreichen.

Livetrading Non Farms oder wie man Wirtschaftsdaten handelt

Birger Schäfermeier am 5. Oktober, 2009

Livetrading Non Farms oder wie man Wirtschaftsdaten handelt.
Vergangen Freitag war es mal wieder soweit. Wie jeden ersten Freitag im Monat wurden in den USA die Non Farm Payrolls veröffentlicht. Diese Arbeitsmarktdaten sind fast eine Garantie dafür, dass sich der Markt bewegen wird. Deshalb suche ich mir für meine Livetrading Events gerne diesen Tag aus.
Auch diesmal verfolgen 100 Teilnehmer das Livetrading über das Internet, während gleichzeitig nochmal fast zwei Duzend Trader in meinem Büro vor Ort zuschauten.
Wirtschaftsdaten zu handeln ist eine große Herausforderung an den Trader. Unerfahrenen Händlern rate ich stets ab, am Markt zum Zeitpunkt der Datenbekanntgabe engagiert zu sein. Hohe Volatilität und schnelle Richtungswechsel sind typische Verhaltensweisen des Marktes und machen es dem unerfahrenen Trader nicht leicht.
Um optimal auf die Zahlen vorbereitet zu sein, erarbeite ich vor der Veröffentlichung eine Matrix, auf der ich verschiedene Szenarien entwerfe. Was passiert mit Dax, Bund, Euro wenn die Zahlen besser als erwartet, wie erwartet und schlechter als erwartet ausfallen.
Diesmal rechnete der Markt mit ungefähr 169.000 weniger Jobs. Doch was würde passieren, wenn diese Erwartungen nicht erreicht werden. Ich rechnete mit einem starken Rückgang des Aktienmarktes und einem Anstieg des Euros, weil schlechte Wirtschaftsdaten für den US Dollar gut für den Euro sind.
In der Sekunde der Veröffentlichung passierte dann etwas Interessantes. Die Daten kamen deutlich schlechter als erwartet, also sollte eigentlich der US Dollar fallen und der Euro somit steigen. Doch aufgrund einer kurzfristigen Korrelation zwischen Euro und Dax, fiel im ersten Moment der Euro zusammen mit dem Dax und S+P. Während die Aktienindices noch in der selben Minute der Bekanntgabe der Zahlen meine avisierten Kursziele erreichten und somit ein Einstieg nicht mehr interessant war, hatte sich der Euro sogar noch weiter weg vom Kursziel bewegt, da er anstatt zu steigen gefallen war.
Hier zeigt sich, wie wichtig eine gute Vorbereitung und sorgfältige Planung sind. Ich wartete einfach auf dem Moment, in dem der Verkaufsdruck im Euro nachließ und der Kurs sich zu stabilisieren begann und kaufte dann den Euro. Es gelang mir den Euro knapp 15 Ticks über dem Tagestief zu kaufen und schon nach wenigen Sekunden, war meine Position im Plus. Was dann folgte war ein langer Anstieg des Euros bis an die Kursziele.
Was können wir daraus lernen. 1) Ist häufig die erste Reaktion des Marktes bei Wirtschaftsdaten nicht dir richtige. 2) Der Trader sollte sich bei Wirtschaftsdaten klar darüber werden, wie der Markt auf die Zahlen reagieren wird. 3) Der Trader sollte erst dann handeln, wenn der Markt tatsächlich in die erwartete Richtung läuft.

Traden mit Intuition und Logik Teil 2

Birger Schäfermeier am 11. Juli, 2009

Im ersten Teil über Traden mit Intuition und Logik haben wir über die unterschiedliche Arbeitsweise der linken und rechten Gehirnhälfte und somit über die verschiedenen Entscheidungsmuster Intuition und Logik gesprochen.
Während Intuition versucht die Situation ganzheitlich wahrzunehmen ohne einen Bewusstseinsfilter einzuschalten, muss unser rationales Verständnis um Entscheidungen treffen zu können Informationen filtern um diese dann schrittweise -dafür aber logisch rational – zu verarbeiten.
Dieser Bewusstseinsfilter kann erheblichen Schaden anrichten, weil er häufig Informationen ausblendet, die eigentlich wichtig sind, von unserem Bewusstsein aber nicht als wichtig eingestuft werden. Rationales Denken funktioniert so, dass gezielt bestimmte Information selektiv aufgenommen und dann verarbeitet werden.
Egal wie sehr wir uns bemühen, können wir diesen Filterprozess kaum ausschalten. Natürlich können wir uns bewusst machen, dass wir generalisieren, verzerren und weglassen, aber letztendlich ist dieser Filter fester Bestandteil unseres rationalen Denkens.
Somit unterliegen wir einer Illusion, wenn wir glauben, dass wir bei rationalen Entscheidungen alle vorliegenden Informationen berücksichtigt haben. Wir konzentrieren uns eben nur auf alle Informationen, die wir gerade für wichtig halten. Das kann aber schnell zu einem Problem werden.
Informationsbeschaffung kostet Zeit und Zeit ist bekanntlich Geld. Aber stellen wir uns doch vor, wir könnten kurz auf die Pause taste an der Börse drücken und alle Informationen, die wir wollen, in Ruhe betrachten. Würde das unser Ergebnis wesentlich verbessern?
Hierzu erneut ein Experiment aus der Psychologie.
Profigolfer haben viele Faktoren zu berücksichtigen, wenn es darum geht, einen Put zu versenken. Wie ist der Verlauf der Putlinie, wo sind Breaks, wie die Beschaffenheit des Rasens, welche Geschwindigkeit wird zu welchem Break führen,….
In einem Experiment wurde nun untersucht, wie der Spielerfolg von Anfängern und Profis davon abhängt, wie lange Sie Zeit haben, ihre Entscheidung über den Schlag zu fällen. Vermutlich sollten die Spieler, die mehr Zeit für Ihre Putentscheidungen bekamen, deutlich besser abschneiden, da sie ja jeden Faktor beachten können. Die Annahme ist, dass je weniger Zeit für die Durchführung einer Aufgabe besteht, desto ungenauer werden wir die Aufgabe ausführen.
Die eine Gruppe bekam also soviel Zeit wie sie wollte für den Put, die andere Gruppe musste nach nur drei Sekunden den Put ausführen.
Das Ergebnis war interessant: Neulinge verhielten sich wie erwartet und konnten Ihr Ergebnis verbessern, wenn Sie genug Zeit hatten über ihren Put nachzudenken. Überraschenderweise trafen allerdings Profis, wenn Sie nur drei Sekunden Zeit hatten, deutlich besser als wenn Ihnen unbegrenzt Zeit blieb. Spieler trafen also bessere Entscheidungen, wenn Sie keine Zeit hatten die Situation gründlich zu analysieren, aber nur, wenn Sie erfahren waren. Mehr Zeit zu haben, um nach weiteren Optionen zu suchen, erhöht also die Wahrscheinlichkeit für schlechtere Entscheidungen.
Wie ist das zu erklären. Wenn sehr viele Informationen für eine gute Entscheidung aufgrund einer komplexen Umwelt benötigt werden, reicht die Geschwindigkeit unseres rationalen Bewusstseins nicht mehr aus, die Informationen sauber zu verarbeiten. Unser Unterbewusstsein, kann diese Aufgabe schneller und besser erledigen, da es sich meist nur an Faustregeln hält um Probleme zu lösen.
Denkprozesse von Profis laufen also am besten unbewusst, außerhalb des Bewusstseins ab. Die Empfehlung lautet also: Lass das Denken, sofern du geübt bist
Bauchgefühl, bzw. Intuition ist also ein mächtiges Werkzeug, insbesondere, wenn die Umwelt komplex ist.
Wie können wir diese Erkenntnis für das Traden benutzen? Da der Markt zu komplex ist, mit rationalen Entscheidungsmustern die „richtige“ Lösung zu finden, sollten wir uns beim Einstieg lieber auf intuitive Entscheidungsprozesse verlassen, die außerdem den Vorteil haben, schneller in der Entscheidungsfindung zu sein.
Dem Anfänger steht dieses Instrument aber nicht zur Verfügung, weshalb er wahrscheinlich „immer zu spät“ einsteigen wird. Ich selber antizipiere zum Beispiel die meisten Break outs, so dass ich nicht abwarte, bis der Markt eine Marke durchbricht, sondern bereits im Moment des Break outs, meine Position eröffnet habe. Das ist natürlich ein erheblicher Vorteil, weil ich somit nicht nur einen engeren Stop und damit ein geringeres Risiko habe, als der, der nach dem Breakout einsteigt. Um antizipieren zu können, braucht man allerdings Erfahrung.
Anfängern rate ich, diese Erfahrung zu sammeln. Möglichkeiten sind hierbei, das Traden von Simulationskonten und auch besondere Marktsituationen mit Profis zusammen zu besprechen. Schauen sie also nicht nur Ihre Trades an, sondern auch von anderen und versuchen darauf zu lernen. Ich selber schaue seit 20 Jahren jeden Tag mir den Dax an, es sind also millionen von Chart Verläufen in meinem Kopf gespeichert.
Anstatt also das 30 Buch über das richtige System zu lesen, empfehle ich sich lieber möglichst viele Kursverläufe anzuschauen und versuchen nachzuvollziehen, was dort passiert ist. Auf meinen Seminaren bespreche ich aus diesem Grund viele Situationen mit den Tradern. Dabei berücksichtige ich nicht nur Situationen, an denen ich eingestiegen bin, sondern auch die, wo ich nicht rein bin. Denn wichtiger noch als die Frage: Wo soll ich rein ist die Frage, wann soll ich nicht rein!
Profis oder erfahrenden Trader empfehle ich, das rationale Denken durch intuitives zu ergänzen. Das intuitive Denken verzichtet auf die Kausalkette und trifft Entscheidungen eher aufgrund von Faustregeln.
Probleme mit dem intuitiven Denken, werde ich in Teil drei dieser Serie besprechen.

Traden mit Intuition und Logik Teil 1

Birger Schäfermeier am 21. Juni, 2009

Wann sollten wir auf unsere Intuition vertrauen, wann ist es besser rational und logisch zu einer Handelsentscheidung kommen. Diese Fragestellung habe ich auf einem Vortrag bei der Aschaffenburger Trading Expo 2009 versucht zu beantworten. Für alle die nicht teilnehmen können, hier eine kurze Zusammenfassung in drei Teilen. Heute Teil I
Menschen stehen letztendlich zwei Entscheidungswege zur Verfügung. Der rational, logisch begründbare, oder aber intuitive Entscheidungen. Beide Verfahren haben ihre Stärken und Schwächen, welcher sollten wir beim Traden den Vorzug geben.
Es gibt ein interessantes Experiment, was welches uns zeigt, wie intuitive Entscheidungen funktionieren. Den Teilnehmern der Untersuchung wurden zwei Kartenstapeln präsentiert. Ein roter und ein blauer. Auf jeder Karte stand ein Geldbetrag, den die Teilnehmer erhalten, allerdings konnte der Betrag auch negativ sein, in diesem Fall, musste der Teilnehmer den Betrag zahlen und erlitt einen Verlust. Was die Teilnehmer nicht wussten, der rote Kartenstapel war „vergiftet“. In ihm befanden sich vielmehr und viel größere Verluste, als im blauen Kartenstapel.
Zu Beginn des Spieles zogen die Teilnehmer wahllos von beiden Stapeln Karten. Natürlich nur so lange, bis sie merkten, dass irgend etwas mit dem roten Kartenstapel nicht stimmte. Aber wie lange brauchten die Teilnehmer dafür. Im Durchschnitt merkten die Teilnehmer nach ca.60 Zügen, dass der rote Stapel unvorteilhaft war und ließen die Finger davon. Fragte man sie, warum Sie den blauen Stapel eindeutig bevorzugten, konnten Sie rational erklären, warum der rote Stapel schlecht war. Menschen sind also lernfähig.
Doch das interessante an diesem Experiment war etwas anderes, den währen die Probanden ihre Entscheidungen für den einen oder anderen Stapel in jeder Runde trafen, waren Sie mit einem Biofeedback Gerät verkabelt. Dies Gerät misst den Hautwiderstand, die Pulsfrequenz und einige andere Dinge, die im wesentlichen feststellen sollten, ob während des Entscheidungsprozesses biofeedback reaktionen zu messen waren. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmer bereits nach knapp zwei duzent Zügen Symptome von Stress zeigten, wenn Sie zum roten „vergifteten“ Kartenstapel griffen. Irgend ein Alarmsystem im Körper machte sich also bereits bemerkbar. Zu diesem Zeitpunkt konnte aber niemand rational begründen, warum er sich bei rot unwohl fühlte und deshalb zogen die Probanden munter weiter vom roten Stapel.
Wir sehen also , dass Intuition eine warnsinnig schnelles Warnsystem sein kann, aber wir diese Warnungen nicht in Form einer rationalen Begründung geliefert bekommen. Das macht uns in unserem Kulturkreis Entscheidungen die auf Intuition begründet sind so suspekt. Vielfach wird die Ansicht vertreten, dass wenn es um Finanzen geht, nur rationale Gründe eine Rolle spielen dürfen.
Unsere rationalen Entscheidungen werden von der linken Gehirnhälfte getroffen. Die linkte Gehirnhälfte zeichnet sich dadurch aus, dass Sie Informationen einzeln (linear) nacheinander verarbeitet. Sie denkt bewertet ordnet Informationen, verarbeitet sie dann. Damit Sie diesen Job erledigen kann, darf der Arbeitsspeicher nicht mit Informationen überflutet werden. Deshalb muss ein Bewusstseinsfilter eingeschaltet werden, der nicht alle Informationen rein lässt, sondern nur die wichtigen. Das Problem, was ist wirklich wichtig. Die Informationen, die wir wahrnehmen, werden generalisiert, verzerrt oder einfach schlecht ausgeblendet. So dass unsere rationale linke Gehirnhälfte zwar einen guten Job machen kann, aber Gefahr läuft, wichtige Informationen nicht berücksichtigt zu haben, weil wir vorher nicht wussten oder bewusst entschieden haben, das diese Infos wichtig sein können. Wir müssten also vorher immer wissen, was in einem bestimmten Moment wichtig ist.
Da die Informationen sukzessiv verarbeitet werden, erkennt das Gehirn einen Wald nicht als Wald, sondern den Wald, weil es einzelne Bäume sieht.
Weiteres Kennzeichnen der rationalen Seite ist es, dass diese Seite Risiko avers agiert. Das ist wichtig, weil Rationalität bedeutet, lieber keine Entscheidung treffen, wenn die Beweiskette nicht ganz einwandfrei verläuft.
Anders ist da die rechte Gehirnhälfte, die unsere Kreative Seite wiederspiegelt. Sie liebt Risiko und muss es auch, denn Entscheidungen werden nicht immer logisch getroffen. Sie erfasst die Wirklichkeit in Bildern, dass heißt in Ihrer Gesamtheit. Auf einem Bild sind tausende von Infos, die werden nicht einzeln betrachtet, sondern aufgrund des Bildes wird eine Gefühl produziert.
Während die linkte Seite mit unserem Bewusstsein in Form der Sprache kommuniziert und wir häufig somit gar keine Probleme haben Signale oder Entscheidungen dieser Seite zu verstehen, redet die rechte Seite mit uns in Form von Gefühlen, was häufig in der westlichen Welt zu kommunikationsschwierigkeiten führt. Denn wir haben nicht gelernt, die Sprache der Gefühle zu verstehen, erst recht nicht, ihr zu vertrauen. Ein weiteres Problem ist, wenn zu uns in Gefühlen gespochen wird, dass wir manchmal auf die falsche Botschaft hören. Ähnlich wie wenn zwei Menschen zu uns gleichzeitig reden. Wir haben dann Schwierigkeiten zu verstehen, was jeder uns sagen wird. Wenn hören wir dann zu, meist dem der intensiver und lauter mit uns spricht. Und hier kommen wir zu dem größten Problem mit der Intuition.
Häufig werden intuitive Botschaften überlagert durch andere Gefühle. Meist durch das Gefühl der Angst. Angst ist ein wesentliches Gefühl, dass unsere Bewusstsein und Körper sofort in einen Extrem Alarmzustand versetzt. In diesem Moment ist es schwierig auf andere Signale zu reagieren.
Deshalb wird jeder Trader verlieren, der Angst hat. Letztendlich um es auf den Punkt zu bringen, es in einem Satz zu sagen, ist es so, dass dieses Spiel nur aus einem einzigen Grund verloren wird. Weil der Trader Angst hat. Gier ist dabei, auch eine Form der Angst, nämlich Angst vor Mangel. Wollen wir also auf intuitive Entscheidungen beim Traden vertrauen, dürfen wir nicht ängstlich sein. Wir dürfen keine Angst haben zu verlieren, keine Angst vor der Niederlage. Dass fällt vielen nicht einfach. Wer verliert schon gerne.
Lernen Sie Angstfrei zu traden, dann können Sie auch ihrer Intuition vertrauen. Bei meinen Einstiegen, gehe ich fast ausschließlich intuitiv vor. Weil ich glaube, dass mit rationalen Methoden, die unsere linke Gehirnhälfte versteht, kein Blumentopf am Markt zu gewinnen ist. Der Markt ist nicht rational, er ist chaotisch, immer im Entstehen und ohne Grenzen. In so einer Welt, wird man es mit rationalen Modellen schwer haben. Gäbe es ein rationales Modell, hätten es schlaue Menschen schon entdeckt. Traden funktioniert anderes. Intuitiver Einstieg, aber rationales Money Management, weil wir sonst zu Risiko freudig sind. Das heißt, wo ich reingehe bestimme ich intuitiv, mit wie viel ist vollkommen rational.
Wenn ich dann in einem Trade bin, gehe ich wieder rational vor, weil das ständige Auf und Ab im Markt nun verbunden ist mit Gewinnen und Verluste, die Emotionen hervorrufen, Gier oder Angst. Um das in den Griff zu bekommen, habe ich feste Exitregeln, die keinen Interpretationsspielraum zulassen.

Dalli Klick und Tape Reading

Birger Schäfermeier am 29. April, 2009

Kennen Sie noch das Bilderquizspiel Dalli Klick aus der Spiele Show Dalli Dalli? Die Kandidaten müssen raten, welcher Prominente oder welcher Gegenstand auf einem Bild zu erkennen ist. Am Anfang sieht man nur den Rahmen des Bildes und eine weiße Fläche, dann werden einzelne Fragmente des Bildes eingebildet. Sobald man eine Ahnung hat, wer oder was zu sehen ist, ruft man seine Antwort. Der Kandidat, der zuerst erkannt hat, was auf dem Bild zu sehen ist, hat gewonnen.
Ich werde häufig gefragt, wie ich denn die Richtung und den Einstieg für einen Trade bestimme. Welche Methode verwende ich, welche Indikatoren nutze ich. Wer schon mal auf meinen Livetradings war, weiß, dass ich keine Indikatoren nutze, sondern mir nur den Verlauf der Preise anschaue. Diese Form der Analyse nennt sich Tape Reading.
Dieses Tape Reading funktioniert genauso wie Dalli Klick. Morgens sitze ich erst einmal vor meinem Rechner, ohne dass ich eine bestimmte Marktmeinung habe. Weder habe ich andere Analysen gelesen, noch verwende ich ein automatisches Handelssystem. Vielmehr versuche ich situativ dem Geschehen Herr zu werden.
Die einzelnen Informationen, die ich von dem Markt erhalte, sind wie die Fragmente des Bilderquizz Dalli Klick. Sie geben mir einen Hinweis auf das Bild. Wie verhält sich der Kurs zum Eröffnungskurs. Wie geht der Markt mit alten Hochs und Tiefs um. Nimmt das Momentum zu, nimmt das Momentum ab. Welche Bewegungen finden um welche Uhrzeit statt. Wie reagiert der Markt auf Nachrichten. Wie verhalten sich die Hochs und Tiefs zueinander. Gibt es überlappungen oder steigt/fällt der Markt ohne dass sich Bewegungen überschneiden. Welche Wellenzählungen sind möglich. Gibt es Auffälligkeiten, wie Gaps, Volumen. Was passiert an Widerständen und Unterstützungen……
All diese Informationen sind Bruchstücke, Puzzelteile eines großen Bildes vom Markt. Nun kann man natürlich warten, bis man so viel Teile des Bildes gesehen hat, dass das Bild nahezu vollständig ist. Das Problem daran ist nur, ähnlich wie beim Quiz, das nun alle erkennen, was auf dem Bild zu sehen ist und der Trade meist nicht mehr eine gutes Chance Risk Profil aufweist, bzw. die Geschichte bereits erzählt ist. Oder man rät viel zu früh, was man glaubt auf dem Bild sehen zu können. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass man richtig liegt zu gering das Spiel zu gewinnen. Es geht also darum, den richtigen Moment zu finden, an dem man genug Hinweise hat, aber das Bild noch nicht für alle zu erkennen ist.
Sobald ich eine Ahnung habe versuche ich zu handeln. Es ist also wie bei dem Quizz, ich sehe das ganze Bild noch nicht, habe aber eine Ahnung. Natürlich liege ich mit dieser Ahnung nicht immer richtig. Manchmal bin ich zu früh, manchmal bin ich zu spät, manchmal einfach nur falsch. Aber der Punkt ist, sobald du eine Ahnung hast, was zu sehen ist, musst du handeln. Wenn du darauf wartest, dass erst das ganze Bild vollständig ist, wird der Großteil einer Marktbewegung bereits gelaufen sein.
Wenn ich falsch liege, schützt mich mein Stop. Liege ich richtig werde ich dafür bezahlt, dass ich ein Risiko eingegangen bin. So einfach ist das. Traden bedeutet antizipieren. Warten sie nicht darauf, bis alles klar ist, aber verlassen Sie sich in Ihrer Einschätzung auch nicht auf ein Fragment.
Die größte Gefahr bei diesem Spiel ist, dass wir häufig das sehen, das was wir sehen wollen. Um dieses Problem zu vermeiden, sollten Sie bevor sie mit dem Spiel anfangen, sich nicht unbedingt bereits eine Meinung zum Markt gebildet hat. Lasssen Sie sich durch die Bruchstücke leiten. Finden Sie heraus, wann Sie genug haben und dann Action.
Also Dalli Klick!

Livetrading

Birger Schäfermeier am 2. April, 2009

Da wir gerade unsere Internetseite umstellen, sind einige Funktionen, wie die Anmeldung zum Livetrading temporär nicht verfügbar. Habt bitte etwas Geduld spätestens nächste Woche sollte wieder alles laufen.
Birger

Live Trading Budapest

Birger Schäfermeier am 5. März, 2009

trading-journal-live-trading-budapest-feb09.xlsVergangene Woche war ich mal wieder in Budapest zu einem Livetrading Event. Einmal mehr unter erschwerten Bedingungen, denn der S&P war verdammt choppy an diesem Tag (siehe Daychart vom 27.2.09).
Das Eröffnungsgap wäre eigentlich ein klarer Trade gewesen, aber bis ich alles erklärt hatte, war der Markt schon Richtung gap closing unterwegs. Nachdem das echte Gap zu war, entschied ich mich Richtung des allgemeinen negativen Abwärtstrendes zu spekulieren und baute einen Short im S+P bei 740 auf. Der Trade lief direkt in den Gewinn, verdiente mein Risiko von 3 Punkten und ich konnte break even nachziehen. Leider gab es dann auch keine weiteren Gewinne, und ich wurde break even ausgestoppt. 20 Minuten später wieder der gleiche Versuch, short diesmal etwas höher bei 741, 7 minuten Später war ich schon mit Verlust raus. Glücklicherweise konnte ich den Verlust mit einem Trade im Euro kurz darauf kompensieren.
Dann erst mal Pause! Um 18.00 Uhr antizipiere ich dann einen Breakout über die 750 im S+P und kaufe bei 747.25. Leider war ich zu optimistisch, ganze 40 Minuten ließ der Markt mich zappeln, bevor ich ausgestoppt wurde. Klar hätt ich vorher rausgehen können, aber bei so einem choppy Markt ist es das beste, einfach abzuwarten und die Stops nicht zuschnell nachzuziehen.
Mein bester Trade, dann kurz vor 19.00 Uhr mitten in einer Pause, sehe ich dass der Support bei 741 erneut hält und kaufe den Markt bei 743.75 mit Stop 741.25. (Risiko 1500 USD). Zwischenzeitlich bin ich fast 6000 USD im Gewinn, ziehe aber den Stop nach meinen Regeln hinterher. Ich werde dann auf den Minuten Donchian bei 745,75 mit 2000 Profit ausgestoppt. Dieser Gewinn rettet mir den Tag, so dass ich break even die Show verlasse. Die Trades vom Vormittag zähle ich nicht dazu.
Viele mögen sich die Frage stellen, warum habe ich mir von dem Gewinn wieder soviel abnehmen lassen. Wichtig ist hier die Betrachtung nicht auf den einzelnen Trade zu legen, sondern die Situation als Poker Spiel zu betrachten. Wenn der S+P über die 750 ausbricht, gab es bei 758 den nächsten Widerstand. Bei 749 hatte ich also die Chance 9 Punkte zu gewinnen, und ca 3 Punkte zu verlieren. Wenn ich nun eine Wahrscheinlichkeit von 25 % annehme, dass der Markt die 50 bricht und mein Ziel erreicht, und eine 75% Wahrscheinlichkeit das ich mit 3 Punkten weniger Gewinn ausgestoppt werde, dann liegt der Erwartungswert bei Null (0,25*9+0,75*-3=0). Gehe ich also von einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 25% aus, dass der Markt diesen Bruch schafft, habe ich einen positiven Erwartungswert für das Spiel.
In einer solchen Situatio lohnt sich das Pokern, weil wir sowieso mit dem nächsten Trade ein risiko wieder eingehen müssen. Also warum nicht gleich mit dem Gewinn pokern. Wir können 3 Punkte des Gewinns verlieren, aber ebenso wäre es möglich 9 Punkte mehr zu verdienen.
Betrachtet man diese Situation nicht aus der Retroperspektive ( in diesem Fall wissen wir, das wir ausgestoppt wurden), sondern allein aus der Perspektive der Wahrscheinlichkeiten, können wir so zu größeren Gewinnen kommen.
Mich hat es jedenfalls nicht geärgert, dass der Gewinn nur 2000 USD war. Klar hätte ich den Tag mit einem deutlichen Plus beenden können, aber nur dann, wenn ich gegen mein eigenes Tradingkonzept verstossen hätte.
Merkt Euch: Wenn Ihr eine Situation mit positiven Erwartungswert habt. Nutzt Sie. Trader müssen immer ein Risiko eingehen, also warum nicht dann auch im Gewinnfall.
So dass war es für heute, wie immer sind alle Trades des Tages im engefügten Spreadsheet zu sehen.

Livetrading im Februar

Birger Schäfermeier am 9. Februar, 2009

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Vergangen Freitag fand im meinem Büro erstmals in diesem Jahr das Livetrading statt. Wie immer an einem ersten Freitag im Monat, damit wir uns sicher sein können, dass die Märkte sich entsprechend bewegen. Wieso? Weil an diesem Freitag die Arbeitsmarktdaten für die USA veröffentlicht werden. Diese Daten waren in den vergangen 10 Jahren fast ein Garant dafür, das die Märkte sich volatil verhalten.
Und das war auch nötig. Denn bis Mittags gab es zu gut wie gar keine Bewegung im Dax. In einem klassischen Seitwärtsmarkt versuche ich Trades zu vermeiden, da dies häufig wenig erfolgversprechende Situationen sind.
Im Bund war zwar am Vormittag etwas mehr Bewegung, aber ich hatte nicht das richtige Händchen aus dem Markt etwas herauszuholen. Drei Versuche short zu gehen wurden break even ausgesetoppt. (siehe Graphik).
Also musste ich wohl oder über auf den Nachmittag warten um meine CHance zu bekommen. Um 14.30 war es dann soweit. Die Arbeitsmarktdaten kamen schlechter als erwartet, die Dezemberzahlen wurden auch noch mal nach unten angepasst. So etwas müsste eigentlich reichen, um den Markt nach unten zu bringen, aber die Reaktion des Daxes war nur kurzfristig schwach. Schon bald darauf gab es eine Erholung an den Widerstand bei 4570 mit leichtem Überschießen auf 4588.
Dies war meine Chance. Ich shortete zwei Kontrakte bei 5473 mit Ziel 5433 und Stop 5488. Der Trade war unmittelbar im Gewinn, aber leider nur sehr kurz. Nach wenigen Minuten kehrte der Markt zum Einstand zurück und ich folgte meinen Regeln und scalte einen Kontrakt aus, da sich die Position nicht für mich entwickelte. Somit war ein Kontrakt break even raus.
Die Entscheidung war o.k., denn kurz darauf wurde der andere Kontrakt bei 5488 ausgestoppt. Ein Verlust von 15 Punkten oder 375 Euro war dann auch das Tagesergebnis. Ein weiterer Shortversuch im Bund bei 122.19 war die richtige Idee, aber aufgrund eines zu schnellen Trailingstops (Doncian 10) flog ich auch hier break even raus.
Eine Gelegenheit zum Long im Dax bei 4580 um 15.30 Uhr , nahm ich nicht wahr, weil ich mich nicht wohl mit der Idee fühlte, obwohl der Markt gut auf schlechte Nachrichten reagiert hatte. Ein eigentlich klares Zeichen, aber ich konnte nicht das Gefühl der Zuversicht für den Trade aufbauen. Somit entging mit ein guter Profit.
Es gibt manchmal so Tage, an denen man Chancen sieht, aber nicht das Gefühl des Zutrauens aufbauen kann. Betrachten sie so etwas als ein Feedback, dass Sie mental nicht optimal drauf sind. Freitag nachmittags nach einer anstrengenden Woche ist das bei mir nicht ungewöhnlich, aber immer wenn ich solch ein Feedback bekomme, passe ich mein Trading an. Ich reduziere die Positionsgröße und Tradefrequenz bis ich merke, dass ich wieder besser mit dem Markt zurecht komme.
Alles in allem bleibt also ein Verlust von knapp 400 Euro für den Tag. Sicherlich kein dramatisches Ergebnis. Aber genau daraum geht es. Wie schafft man es, wenn man mit dem Markt nicht zurecht kommt sich nicht zu verzetteln und nur kleine oder gar keine Verluste zu produzieren.
Ich bedanke mich bei allen Besuchern des Livetradings und freu mich schon auf den ersten Freitag im März, an dem das nächste Livetrading stattfinden wird.

Bail me out, oder „sittliche Gefährdung „!

Birger Schäfermeier am 27. Januar, 2009

Wenn wir Trader die Möglichkeit hätten, einige unseres Verlustrades einfach jemand anderem anzuhängen, wäre Traden wohl ein einfaches Geschäft. Nur leider findet sich selten ein Dummer, der bereit wäre, für unsere Verluste gerade zu stehen.
Ehrlich gesagt würde es reichen, wenn ich einen beliebigen Verlust jemand anderem überscheiben könnte. Wäre diese Bedingung gegeben, habe ich ein Trading System, dass garantiert Gewinne macht.
Wie geht das? Über unsere Gewinntrades brauchen wir uns sowieso keine Sorgen machen, die buchen wir einfach in unser Konto. Die Verlusttrades pumpten wir einfach weiter auf, wir lassen Sie laufen, bis sie entweder wieder im Plus sind, oder aber leicht durch unsere Gewinntrades covern lassen.
Es bleiben die Verlusttrades über, die sehr groß sind und über die Zeit nicht mehr in den Gewinn laufen, die machen wir einfach noch größer, indem wir weiteres Geld in diesen Verlusttrade stecken, also den Trade verbilligen. Es gibt einen schönen Spruch. Probleme, die du mit Geld nicht lösen kannst, kannst Du mit viel Geld lösen“. Sollte das auch schief gehen, haben wir einen Riesenverlust, den würden wir dann einfach auslagern.
Wäre toll, wenn es so etwas gäbe oder? Leider zeigt uns die Realität, dass so etwas zur Zeit möglich ist, natürlich nicht beim Traden, sondern in der Real- und Finanzwirtschaft. Egal ob Banken mit schlechten Krediten oder vermögende Privatpersonen wie Merkle oder Schaeffler, die großen Risiken soll nun ein Dummer übernehmen.
Staatliche Garantien für alle in Schwierigkeiten geratende Firmen oder Banken sollen helfen, unseren Status Quo zu sichern. Das funktioniert aus verschiedenen Gründen nicht.
1) Das Geld, was wir jetzt zur Rettung aufwenden, fehlt später, wenn die Wirtschaft wieder läuft, so dass das Wirtschaftswachstum durch Steuererhöhungen dann zu stark abgewürgt wird.
2) Es ist nicht klar, dass die Allokation (Verteilung des Geldes) dorthin erfolgt, wo langfristig der größte Volkswirtschaftliche Produktionsfortschritt und Nutzen zu erwarten ist. Die Festlegung auf bestimmte Sektoren oder Techniken (Ökologie), kann zu einer Fehlallokation des Geldes führen. Planwirtschaft hat noch nie gut funktioniert.
3) Das Geld gibt es nicht umsonst. Die Schulden müssen mit Zins und Zinseszins zurückbezahlt werden. Dieses Geld (Zinsen) geht wahrscheinlich verloren, da die Zinsempfänger meist größere Vermögen sind, die nicht mehr die Einnahmen im vollen Umfang investieren oder verkonsumieren, sondern Geld horten, um weitere Zinseinnahmen zu generieren.
4) Durch den Bail out wird ein „moral-hazard“ (sittliche Gefährdung) geschaffen. Der moral Hazard beschreibt unser oben aufgeführtes Tradingsystem in der Form, das Menschen Ihr Verhalten ändern, wenn das Risiko scheinbar wegfällt. Das kann auf individueller Ebene passieren, dass Menschen nach Abschluss einer Versicherung ein höheres Risiko beim Autofahren oder mit ihrer Gesundheit eingehen, dass kann aber auch auf staatlicher Ebene passieren, wenn Großunternehmen auf den Staat vertrauen („Too big to fail“)
Marktwirtschaft funktioniert nur dann gut, wenn Menschen ein echtes Risiko übernehmen. Wir Trader tun dies täglich und müssen deshalb lernen, die Konsequenzen unseres Verhaltens selber zu übernehmen. Risiko bedeutet, die Möglichkeit, den aktuellen Status Quo an Wohlstand zu verlieren. Risiko beinhaltet aber auch immer eine Chance - wie wir als Trader nur all zugut wissen-. Die Existenz von Risiko steuert unser Verhalten in einem positiven Sinne. Wir müssen nämlich verschiedene Wege ausprobieren, um unsere Ziele zu erreichen.
Wir Menschen mögen es nicht, Risiken zu übernehmen. Wie jeder Tradinganfänger, suchen Menschen nach einem System, was Ihnen sicher Gewinn bringt. Jeder Erfahrende Trader weiß, dass es keine Sicherheit gibt, aber es sich dennoch lohnen kann, Risiken zu übernehmen.
So klar dieser Hinweis ist, so häufig wird er vergessen. Die aktuelle Politik zeigt es uns.
Kommen wir zurück zum Trading. Wer Trader werden will, muss sich von dem Sicherheitsdenken verabschieden. Glauben Sie nicht, dass irgendein System, sicher ist. Auch Risikomanagement hilft nur, Risiken besser zu bewältigen, kann sie aber nicht ausschließen.
Wenn Sie diese Bereitschaft zum Risiko mitbringen, dann sind Sie bereit ein Trader zu werden!

Christmas Camp Teil II

Birger Schäfermeier am 29. Dezember, 2008

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Bund 5-12DAX 5-12
Bund 4-12Dax 3-12

Bund 2-12Dax 2-12

Hier das Christmas Camp und Livetrading vom 5-12. Viel Spass beim Anschauen. Bei dem Livetrading hatte ich im Bund die richtige Idee, nämlich das der Markt eher Short sei, wenn er auf positive Nachrichten ( extrem hohe Non-Farm Payrolls) nicht steigt. Der erste Shortversuch war aber zu früh, so dass ich ausgestoppt wurde. Der zweite Trade sollte dann long sein, aber er scheiterte ebenfalls, so dass ich zur Ursprungsidee zurückkehrte, was dann schlusendlich funktionierte. Manchmal muss man eben hartnäckig sein. Wie immer danke ich allen Teilnehmern für das Kommen. Wer mal Lust hat am ersten Freitag im Monat beim Livetrading zu zu schauen kann einfach auf meiner Webseite www.tradac.de sich kostenfrei anmelden.

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